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Gut Sandfurth, Bauernhof

Große mehrflügelige Hofanlage. Lt. lokaler Überlieferung auf das 16. Jahrhundert zurückgehend. Heutiger Gebäudestand 19. Jahrhundert und jünger.
Hauptgebäude, im Kern 1825/29 errichtet, nach Brand 1896 wieder aufgebaut, in der Form eines T-Hauses, die Aufteilung in Vorder-, Mittel -und Hinterhaus noch erhalten.
Das Vorderhaus ein zweigeschossiges Backsteingebäude auf querrechteckigem Grundriß mit Walmdach; die Eingangsfassade zeigt 7 Fensterachsen mit mittigem Eingang; die Gewände der mit Segmentbögen abschließenden Fenster z. T. Betonwände v. E. d. 19. Jahrhunderts, ältere Wertsteinteile (Blaustein) noch an den Kellerfenstern bzw. als Sohlbänke erhalten. In der Fassade und an den Seiten zahlreiche Einschusslöcher aus dem Zweiten Weltkrieg (als hier zeitweise Truppen einquartiert waren) noch sichtbar. An den Schmalseiten in der Dachfläche je eine Dachgaube mit geschweiftem Giebel; auf dem First zwei gemauerte Schornsteinköpfe. Dem Vorderhaus zugeordnet ein Park mit altem (z. T. noch aus den 1820er Jahren) Baumbestand, darunter Akazien und Schutzbäume (Linden) rechts und links des Eingangs. Das rückwärtig anschließende Mittelhaus wird äußerlich gekennzeichnet durch zwei Fensterachsen, bestehend aus einem unteren und einem niedrigeren, oberen Fenster. Daneben Tür mit Oberlicht, der lateinische Inschriftstein darüber modern. Das anschließende langgezogene Hinterhaus (ehem. Kuhstall m. Heuboden) von kleinen Belichtungsöffnungen abgesehen fensterlos, jedoch mit ausgebautem Dachgeschoß (breit gelagerte moderne Dachgaube mit Fensterreihung). Die rückwärtige Fassade zeigt eine große korbbogenförmige Torfahrt (Korbbogen neu), darüber asymmetrisch ein kleines Radfenster und schließt mit einem kleinen Krüppelwalm. Im Vorderhaus v. a. im Treppenhaus repräsentative Ausstattung erhalten: Decken Ende 19. Jh., Mettlacher Kacheln im Flur, Parkett u. Stuckornamentik, darüber Glasdeckenfenster (Derix, Kevelaer).
An das Hinterhaus sich in der Form eines fast geschlossenen Quadrates anschließend eingeschossige Wirtschaftsgebäude, überwiegend aus Backstein, mit Sattel- und Krüppelwalmdach. Originale Metallenster z. Z. noch erhalten. Die ältesten Bereiche der an das T-Haus anschließende sowie der diesen im rechten Winkel fortsetzende; die übrigen Flügel jünger und/oder z. T. stark verändert. Der von innen umschlossende ehemalige zentrale Göpelgang heute Garage. Die Hundehütte neben der Remise aus Kloster Eberbach. Das ehem. Backhaus heute entkernt.
Die Hofpflasterung in Feldbrandstein; die Hoflinde stammt ebenfalls noch a us den 1820er Jahren. Auf die Anlage zu führt eine große Baumallee. Das Gut Sandfurth ist als Gesamtheit mehrerer baulicher Anlagen Denkmal i m Sinne von § 2 DSchG NW. Bestandteil des Denkmals sind: das Wohnhaus mit seiner erhaltenen Ausstattung, die Wirtschaftsgebäude hinsichtlich der Struktur ihrer Anordnung, Maß, Proportion und Materialverwendung (Backstein), der parkartige Garten mit dem älteren Baumbestand, die auf die Anlage zuführende Baumallee und die Hoflinde.
Als gutshofartige Anlage mit repräsentativer Gestaltung von Gebäuden sowie Freiflächen ist Gut Sandfurth bedeutend für Sonsbeck (Labbeck). An seiner Erhaltung und Nutzung besteht aus wissenschaftlichen, insbesondere architektur-, orts-, wirtschafts- und sozialgeschichtlichen sowie städtebaulichen (kulturlandschaftsprägenden) Gründen ein öffentliches Interesse.

(Foto folgt)

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